EQUITARIS Trophy der Woche: Zucht- und Ausbildungsstall Hennings

Von insgesamt sieben Prämienhengsten in Neumünster kamen drei aus dem Hause Hennings - ein Zuchterfolg, der seinesgleichen sucht.  

Früher war Reimer Detlef Hennings selbst im Parcours bis zur schweren Klasse erfolgreich unterwegs, heute betreibt er den elterlichen Zucht- und Ausbildungsstall gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter. Auf der diesjährigen Holsteiner Körung stammten allein vier gekörte Youngster aus seiner Zucht, drei von ihnen verließen den Körplatz als Prämienhengst. Die EQUITARIS Trophy geht in dieser Woche in das schleswig-holsteinische Bendorf. 

Etwa 25 bis 30 Zuchtstuten sind heute bei Familie Hennings Zuhause, im Laufe der Zeit wurden es immer mehr. Neben den Pferden widmet sich der Betrieb dem Ackerbau, früher wurde Michvieh gemolken, heute gibt es noch Rinder, die sich die Wiesen mit den Pferden teilen. "Bei unseren Pferden legen wir viel Wert auf Typ und Exterieur", erklärt Reimer Detlef Hennings, "aber auch Rittigkeit, Vermögen und Schnelligkeit machen ein gutes Springpferd aus." Für den Beritt ist auf dem Hof Keller Tochter Alessa zuständig, die aktuell u.a. den Halbruder Casturano (v. Castelan) von dem frisch gekörten Cascadello II-Sohn Conscha der Holsteiner Körung unter dem Sattel hat. 

Bei den Ehrungen der Prämienhengste der Körung am vergangenen Wochenende hatte Reimer Detlef Hennings nur wenig Zeit, seine Ehrenpreise zur Seite zu legen und die nächsten Glückwünsche entgegen zu nehmen. Sage und schreibe vier seiner Zuchtprodukte erhielten die Zulassung zur Zucht, drei Hengste von ihnen wurden prämiert. Zum einen Cantari (v. Cascadello I x Askari), dessen Mutter U-White Askari aus der Zucht von Klaus Rohweder selbst im Springen erfolgreich bis zur schweren unterwegs war. Im Rahmen der Auktion wurde Cantari für 55.000 Euro nach Südafrika verkauft. 

"Ein moderner Hengst mit großem Bewegungspotential, der sich im Freispringen wie ein Gummiball präsentierte und dem einer großen sportlichen Zukunft nichts im Wege steht" lautete der Richterspruch für den Cascadello II-Canturo-Sohn Conscha. Dritter Prämienhengst im Bunde war der Stakkato Gold-Carthago-Sohn Shot Gun, komplettiert wurde das gekörte Quartett von Cornetaro, einen Sohn des Cornet Obolensky aus einer Contenaro-Mutter.

Zahlreiche Erfolgspferde gingen schon durch die Hände von Reimer Detlef Hennings. Gemeinsam mit Fiete Mehrens entdeckte er 1999 Casall Ask (v. Caretino) im Züchterstall von Wilfried Thomann und verkaufte ihn zweieinhalbjährig im Rahmen der Vorauswahl der Körung in Neumünster an den Holsteiner Verband. Die weitere Erfolgsgeschichte des imposanten Braunen dürfte den interessierten Springpferdezüchter nicht unbekannt sein, im vergangenen Jahr verabschiedete sich Casall Ask als eines der erfolgreichsten Pferde der Welt von der internationalen Bühne - mit einer Lebens-Gewinnsumme von über vier Millionen Euro im Gepäck.

Mit Cascadello I erblickte exakt zehn Jahre später ein Sohn des Casall Ask auf dem Hof von Hauke Jäger das Licht der Welt. Der mütterlicherseits auf Clearway zurückgehende Hengst wurde ebenfalls in Neumünster gekört und - sehr zur Freude der Besitzergemeinschaft Reimer Detlef Hennings und Dieter Mehrens - für die damalige Rekordsumme von 600.000 Euro versteigert. Mittlerweile hat er unter dem Sattel von Dirk Ahlmann Erfolge bis hin in die schwere Klasse auf dem Konto. Mit Cascadello II wurde auch sein ein Jahr jüngerer Vollbruder gekört.

Ob sich die gekörten Junghengste in Zukunft eher der Zucht oder dem Sport widmen, wird sich zeigen. Der Grundstein ist mit den gelungenen Auftritten in Neumünster allemal gelegt!


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