EQUITARIS Trophy der Woche: Sir Skyfall OLD

Ein Bundeschampionat und zwei Weltmeisterschaften stehen bereits auf dem Konto des Oldenburger Hengstes.

Freud und Leid liegen manchmal dicht beieinander. Diese Erfahrung mussten Züchter und Besitzer von Sir Skyfall OLD bei der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde in Ermelo diesen Jahres machen, als der Hengst seine Bronzemedaille aufgrund eines Rechenfehlers wieder abgeben musste. Trotzdem konnten alle mit der Leistung von Sir Skyfall OLD rundum zufrieden sein, von uns wird er heute mit der EQUITARIS Trophy der Woche ausgezeichnet.

Der Oldenburger Hengst kam 2011 bei Manfred Rüter in Dorsten zur Welt. Bereits seine Urgroßmutter Happy End v.d. Heide, eine Tochter des Kennedy, hat er selbst gezogen. Ihre Mutter wiederum ersteigerte Manfred Rüter eher durch Zufall damals auf einer Aktion in Neumünster. "Eigentlich wollte ich gar keine Stute kaufen", erzählt er, "doch es bot niemand und dann habe ich es einfach versucht." Manfred Rüter konnte es zunächst gar nicht glauben, dass er gerade ein Pferd gekauft hat, doch manchmal geht es eben schneller, als man denkt.

Den Zufallskauf hat Manfred Rüter jedoch keineswegs bereut: "Hagebutte v.d. Insel war eine hervorragende Stute." Selbst geritten hat er nie, durch seine Kinder und deren erfolgreiche Ponyreiterei ist er an die Pferdezucht gekommen. Die Großmutter von Sir Skyfall OLD ist die Schwadroneur-Tochter Halbton v.d. Heide, sie sei eine der besten Stuten von Manfred Rüter gewesen. Sie brachte unter anderem auch die in S-Dressuren erfolgreiche Oldenburger Stute Lima's Sinfonie von der Heide (v. Stedinger). Auch die Mutter von Sir Skyfall OLD, die K2-Tochter Hakuna, trägt den Namenszusatz "von der Heide", abgeleitet von den Gebiet der Wulfener Heide, in der Familie Rüter lebt.

Vater von Sir Skyfall OLD ist der Oldenburger Spitzenvererber Sandro Hit. Sage und schreibe 186 seiner Söhne wurden gekört, 277 seiner Töchter tragen den Titel der Staatsprämie und seine Nachkommen-Lebensgewinnsumme liegt derzeit bei über 1,1 Millionen Euro. Auch er selbst war in seiner kurzen sportlichen Karriere hocherfolgreich und gemeinsam mit Ulf Möller Seriensieger in Dressurpferdeprüfungen der Klasse M. "Sir Skyfall OLD war ein sehr hübsches Fohlen", erzählt Manfred Rüter stolz, "er bewegte sich sehr gut und mir war damals schon klar, das könnte was werden." Nach seiner Körung in Vechta 2013 wechselte der Hengst den Besitzer.

Gemeinsam mit Frederic Wandres platzierte sich Sir Skyfall OLD vier- und fünfjährig in Dressurpferdeprüfungen der Klassen A und L, 2016 belegten die beiden Platz acht im Finale der Weltmeisterschaft der jungen Dressurpferde im niederländischen Ermelo sowie Platz zwölf im Finale des Bundeschampionats in Warendorf. Auch in diesem Jahr qualifizierten sich Sir Skyfall OLD und Frederic Wandres für die WM.

Nach Platz elf in der Finalqualifikation mit der Wertnote 8,52 steigerte sich das Paar im abschließenden Finale noch einmal deutlich. Besonders im Schritt (9,5) und im Galopp (9,2) konnte der Oldenburger Hengst sehr von sich überzeugen und kam am Ende auf ein Gesamtergebnis von 8,86. In der Siegerehrung durfte sich Sir Skyfall OLD zunächst als Bronzemedaillengewinner feiern lassen, als heraus kam, dass es einen Fehler in der Berechnung des Ergebnisses von Quel Filou OLD gab. Kurzerhand mussten die beiden Oldenburger Youngster die Plätze tauschen und Sir Skyfall OLD beendete die Weltmeisterschaft auf Rang vier.

Auch, wenn es nicht ganz für einen Platz auf dem Treppchen gereicht hat, zählt Sir Skyfall OLD zu den besten jungen Nachwuchsdressurpferden der Welt. Und wer weiß, vielleicht wird die Reise auch im nächsten Jahr wieder nach Ermelo gehen.