EQUITARIS Trophy der Woche: Rotspon

Der Hannoveraner Hengst das Jahres 2017 präsentierte sich bei seiner Ehrung trotz des hohen Alters frisch und munter.

 

Es ist die höchste Ehre, die der Hannoveraner Verband einem Hengst gebühren kann. Sichtlich stolz und gerührt nahm Christiane Müller die Glückwünsche stellvertretend für ihren verstorbenen Mann Hans-Heinrich Müller, dem Züchter von Rotspon, entgegen. Von uns wird der Hannoveraner Hengst des Jahres 2017 mit der EQUITARIS Trophy der Woche ausgezeichnet.

Rotspon erblickte 1995 bei Familie Müller in Stade das Licht der Welt. Er ist ein Sohn des Rubinstein I (v. Rosenkavalier), der mit fast 100 gekörten Hengsten und einer Nachkommen-Lebensgewinnsumme von über 2,5 Millionen Euro zu den einflussreichsten Dressurvererbern seiner Zeit gehörte. Antalia, die Mutter von Rotspon, geht auf den Hannoveraner Hengst Argentan I (v. Absatz) zurück. Auch sie ist bereits von Hans-Heinrich Müller selbst gezogen.

Der Celler Landbeschäler wurde 1997 in Verden gekört, erst im Anschluss an die Körung wechselte er auf dem Hengstmarkt in den Besitz des Landgestüts. Seine Hengstleistungsprüfung in Adelheitsdorf verließ er ein Jahr später als strahlender Sieger, 1999 wurde Rotspon mit dem Freiherr von Stenglin-Preis ausgezeichnet. Mittlerweile gibt es 2623 Nachkommen von ihm, darunter 29 gekörte Söhne, 160 prämierte Stuten und beinahe 100 in der Klasse S erfolgreiche Turnierpferde. Vor allem als Muttervater ist Rotspon züchterisch hocherfolgreich, wie zum Beispiel bei dem elfjährigen Sandro Hit-Sohn Showtime FRH, der 2016 gemeinsam mit Dorothee Schneider Mannschaftsgold bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro/BRA gewann.

Rotspon wurde in der Niedersachsenhalle in Verden zum Hannoveraner Hengst des Jahres gekürt, zu feierlicher Musik wurden noch einmal Bilder aus seinem Leben gezeigt. "Es sind Stationen im Leben eines Hengstes", sagte der stellvertretende Zuchtleiter Ulrich Hahne, "aus dem Leben eines Hengst des Jahres." Christiane Müller nahm die Auszeichnung stellvertretend für ihren verstorbenen Mann entgegen, ihre Freude über diesen außergewöhnlichen Zuchterfolg war nicht zu übersehen. Während Hans-Heinrich Müller bereits 1975 das erste eigene Pferd zog, ist Christiane Müller seit etwa 15 Jahren als Züchterin der erfolgreichen Pferde eingetragen. "Er ist ein Pferd mit Persönlichkeit", schwärmte Ulrich Hahn in seiner Rede, "er hat sich die Auszeichnung voll und ganz verdient."
Dass der heute 22-jährige Rapphengst noch lange nicht zum alten Eisen gehört, zeigte sich bei seiner Ehrung. Während er unter dem Applaus der Zuschauer eigentlich im Schritt die Bahn betreten sollte, trabte er munter an der Hand seines Vorführers weiter. Auch das Gruppenfoto erwies sich als Herausforderung, da es Rotspon sichtlich schwer fiel, einen Moment lang still zu stehen. Mit Standing Ovations ging der frisch gekürte Hannoveraner Hengst des Jahres noch einmal auf die wohlverdiente Ehrenrunde und wird den Züchtern hoffentlich noch viele weitere Jahre zur Verfügung stehen.