EQUITARIS Trophy der Woche: Perigueux

Der Hannoveraner Hengst überzeugt nicht nur selbst im Sport, auch seine Nachkommen erobern die internationalen Springplätze. 

In der FN-Zuchtwertschätzung für Jungpferdeprüfungen steht er mit einem Zuchtwert von 156 und einer Sicherheit von 94 Prozent ganz oben im Kurs. Doch nicht nur seine züchterische Leistung steht im Fokus, auch seine eigene Karriere im internationalen Springsport ist bemerkenswert. Mit Eva Bitter in Vier-Sterne-Prüfungen siegreich ist Perigueux - unsere EQUITARIS Trophy der Woche.

Seit mehreren Jahrzehnten widmet sich Familie Jacobs der Zucht, Aufzucht, Ausbildung und dem Verkauf von Springpferden. Aus den Hannoveraner und Holsteiner Stutenstämmen erblicken im niedersächsischen Bierbergen jährlich etwa 20 Fohlen das Licht der Welt, auch Perigueux wurde 2002 hier geboren. Die Tierarztpraxis, die 1973 von Dr. Karl-Otto Jacobs gegründet wurde, wird heute von seiner Tochter Dr. Bonny-Jasmin Jacobs und Michael Decker geführt - die Pferdezucht ist auch heute noch das Steckenpferd des ehemaligen Springreiters.

Perigueuxs Mutter ist die Stakkato-Tochter Sensation aus der Zucht von Hartmut Hopmann. Sie wurde vierjährig nach der Geburt von Perigueux nach Italien verkauft. "Das war eine witzige Geschichte", erinnert sich Dr. Bonny-Jasmin Jacobs. "Wir holten die Stute mit Fohlen extra von der Weide rein und ließen sie freispringen. Obwohl sie das hervorragend machte, waren sich die Italiener unsicher und wir brachten die beiden zurück nach draußen. Am nächsten Tag kamen sie unangekündigt wieder zurück, wir holten sie wieder von der Weide, ließen sie wieder freispringen - und dann war Sensation verkauft. Mein Vater sagt nur, wegen des ganzen Rein- und Rausstellens ist sie jetzt 10.000 Euro teuer!"

Sensation ging zunächst im Sport, danach ging sie in die Zucht und brachte bislang neben Perigueux noch einen weiteren gekörten Hengst von Lincolm L zur Welt. Vater von Perigueux ist der Pilot-Sohn Perpignon aus der Zucht von Wilhelm Klausing, der unter dem Sattel von Joachim Winter siegreich bis zur Klasse S war.

Schon als Fohlen wurde Perigueux an das Niedersächsische Landgestüt Celle verkauft. "Mittlerweile verkaufen wir unsere Pferde eher fünf-/sechsjährig als Sportpferde, oder die Hengste, wenn sie gekört wurden", erklärt Dr. Bonny-Jasmin Jacobs, "die Stutfohlen werden nur in Ausnahme verkauft." Alle Stuten, die bei Familie Jacobs groß werden, werden erst ein- bis zweimal gedeckt, bevor sie in den Sport gehen. Perigueux sammelte 2006 seine ersten Turniererfahrungen - im selben Jahr wurde er in Verden gekört.

Von 2006 bis 2009 war Joachim Winter im Sattel von Perigueux unterwegs, gemeinsamen waren sie bis zur Klasse M erfolgreich. Achtjährig übernahm Eva Bitter die Zügel und die ersten Platzierungen in der schweren Klasse ließen nicht lange auf sich warten. 2013 gewannen die beiden die Deutsche Meisterschaft in Balve, 2014 standen sie im Großen Preis von Allersehl ganz vorne und 2015 siegten Eva Bitter und Perigueux in den Großen Preisen von Groß Viegeln und Verden. Unzählige weitere Erfolge kamen mit der Zeit hinzu, ihren letzten Erfolg feierten die beiden im Mai diesen Jahres in Redefin.

Auch, wenn Familie Jacobs beinahe 100 Pferde ihr Eigen nennt, werden die erfolgreichen Zuchtprodukte stets verfolgt. Nicht nur verfolgt, sondern auch in der eigenen Zucht eingesetzt, wird Perigueux. "Wir sind sehr zufrieden mit seinen Nachkommen", freut sich Dr. Bonny-Jasmin Jacobs, "sie sind alle sehr sportlich, langbeinig, schick und edel!" In diesem Jahr wurde beispielsweise eine Tochter des Perigueux aus einer Acord-Mutter geboren. 

10 gekörte Söhne, 22 Staatsprämienstuten und 40 Nachkommen, die erfolgreich in der schweren Klasse unterwegs sind. Kein Wunder, dass Perigueux Platz zwei in der FN-Zuchtwertschätzung 2018 belegt!


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