EQUITARIS Trophy der Woche: Millennium

Siegerhengste, Preisspitzen und Reitpferde-Champions stehen auf der züchterischen Erfolgsliste des frisch gekürten Elitehengstes.

Er war zweiter Reservesieger seiner Körung, wurde zwei Jahre später mit der 1c-Hauptprämie ausgezeichnet und darf sich von nun an "Elitehengst" nennen. Die Rede ist von Millennium, der von uns mit der EQUITARIS Trophy der Woche ausgezeichnet wird.

Millennium stammt aus der Zucht von Dr. Bettina Bieschewski aus Selent in Schleswig-Holstein. Bereits seit 30 Jahren züchtet sie hobbymäßig, von Anfang an waren die Trakehner ihre Leidenschaft. "Bei uns im Reitverein stand eine Trakehnerstute", erinnert sich die Züchterin, "sie hat mir damals unheimlich gut gefallen." Auch die Geschichte der ältesten Reitpferderasse Deutschlands interessierte sie sehr: "Das geschlossene Stutbuch, die überschaubare Population - all' das hat mir gut gefallen." Auch, wenn sie nicht aus einer pferdebegeisterten Familie kommt, saß Dr. Bettina Bieschewski früher selbst gern im Sattel.

Die Mutter von Millennium, die heute 23-jährige Ravel-Tochter Merle, war ein Zufallskauf. "Ich habe sie damals spontan auf einer Fohlenauktion des Klosterhof Medingen erworben", erzählt Dr. Bettina Bieschewski, "ihre tollen Bewegungen haben mich sehr beeindruckt, ohne sie vorher besichtigt zu haben, gehörte sie plötzlich mir." Den Kauf hat sie bis heute nicht bereut. Merle absolvierte ihre Stutenleistungsprüfung in Elmshorn mit der Wertnote 8,53 und darf sich heute aufgrund von Millennium und seinen beiden erfolgreichen Vollschwestern Maxima und Mille Grazie über die Auszeichnung als Elitestute freuen. Auch heute erfreut sie sich noch bester Gesundheit und erwartet für das nächste Jahr ein Fohlen von Undercover. "Merle ist top fit", lobt Dr. Bettina Bieschewski, "sie ist eine ganz tolle Mutter, sie braucht einfach eine Aufgabe."

Der Vater von Millennium ist der Gribaldi-Sohn Easy Game aus der Zucht von Flip Willemsen. Er war selbst siegreich in Dressurpferdeprüfungen der Klasse M und brachte u.a. die gemeinsam mit Jessica von Bredow-Werndl bis zur Klasse S*** hocherfolgreiche zehnjährige Stute TSF Dalera BB. "Ich habe Easy Game damals auf seiner Körung entdeckt", erzählt die Züchterin, "er war genau der Hengst, den ich haben wollte - langbeinig und mit tollen Bewegungen ausgestattet."

Die Geburt von Millennium war allerdings alles andere als selbstverständlich. Aufgrund eines Unfalls ihrer Tochter stellte Dr. Bettina Bieschewski ihre Pferdezucht vor einigen Jahren komplett ein, auch Merle wurde damals verkauft. Doch als sich alles zum Guten wendete und auch ihre Tochter der Meinung war, dass auf dem kleinen Hof ohne Pferde etwas fehlen würde, kehrte Merle zurück. 2007 brachte sie die heute gemeinsam mit Anouk Elferink bis CIC1* erfolgreiche Vielseitigkeitsstute Maxima zur Welt, ein Jahr später folgte Millennium.

Bereits als Fohlen wechselte Millennium den Besitzer und startete gleich bei seiner Körung 2010 in Neumünster als zweiter Reservesieger durch. Zwei Jahre später folgten die Auszeichnung mit der 1c-Prämie im Rahmen der Oldenburger Hengsttage, zahlreiche Siege und Platzierungen in Reitpferdeprüfungen und der Titel des Vize-Champions beim Trakehner Bundesturnier in Hannover.

Züchterisch hat Millennium so einiges zu bieten. Mittlerweile sind 26 seiner Söhne gekört, 14 seiner Töchter wurden mit der Staatsprämie ausgezeichnet. 2014 stellte er mit Sir Sansibar in Neumünster sowie mit Morricone in Oldenburg die Siegerhengste, die für 300.000 Euro bzw. für beachtliche 755.000 Euro versteigert wurden. Ein Jahr später folgten Helium als erster und Halleluja als zweiter Reservesiegerhengst auf der Trakehner Körung, 2016 kam mit His Moment ein weiterer Siegerhengst hinzu.

Auch in diesem Jahr führte auf der Trakehner Körung kein Weg an Millennium als Spitzenvererber vorbei, mit Kaiser Milton stellte er Siegerhengst Nummer drei. Vor Kurzem ist Millennium mit seinen gerade einmal neun Jahren als Elitehengst ausgezeichnet worden und vielleicht schwebt schon im nächsten Jahr ein weiterer Prämienhengst von ihm durch die Holstenhalle in Neumünster.