EQUITARIS Trophy der Woche: Comme Prévu

"In Lanaken schließt sich der Kreis", freut sich Züchter Thomas Berger über den großen Erfolg des westfälischen Youngsters bei der Weltmeisterschaft. 

Er ist gerade einmal fünf Jahre jung und feierte bereits große Erfolge. Nach seinen spektakulären Runden beim Bundeschampionat in Warendorf ging die Reise weiter zu den Weltmeisterschaften der jungen Springpferde, die er als bester deutscher Hengst verließ. Hinzu kommt der Titel des Prämienhengstes auf seiner Körung in Münster-Handorf, die Rede ist von Comme Prévu, unserer EQUITARIS Trophy der Woche.

Comme Prévu ist französisch und bedeutet "wie erwartet" - die Abstammung über Comme il faut, Quinta Real, Balou du Rouet und Weinberg lässt im Hinblick auf die Erfolge im Springparcours keine Wünsche offen und so waren nicht nur die Züchter des schwarzbraunen Westfalenhengstes, sondern auch sein Besitzer Gerd Sosath von Anfang an überzeugt von Comme Prévu. Das Licht der Welt erblickte er 2013 bei der IB Berger GmbH im bayrischen Sulzbach-Rosenberg, die rund 200 Pferde ihr Eigen nennen und bereits in der dritten Generation ein erfolgreiches nationales und internationales Pferdegeschäft führen.

Mutter von Comme Prévu ist die elfjährige Verbandsprämienstute und Quinta Real-Tochter Quintessa aus der Zuchtgemeinschaft von Walter und Stephan Schmidt. Ignaz Berger entdeckte sie damals durch Zufall auf der Fohlenauktion in Münster-Handorf. "Wir haben sie Ende dreijährig angeritten", erklärt sein Sohn Thomas Berger, "sie hatte eine unheimliche Doppelveranlagung, schon als junges Pferd auf der Wiese war sie etwas ganz Besonderes." Quintessa wurde verkauft und bezog ihr neues Zuhause auf dem Grönwohldhof in Schleswig-Holstein, kehrte aber rund eineinhalb Jahre später wieder zurück zu Familie Berger.

Ein entscheidender Grund war Quintessas Halbbruder Comilfo Plus Z (v. Comme il faut), der nach erfolgreichen Auftritten bei der Weltmeisterschaft der jungen Springpferde 2015 und 2016 seine internationale Karriere unter dem Sattel von Judy Ann Melchior begann. Da die Anpaarung mit dem Cornet Obolensky-Ratina Z-Blut so gut zu passen schien, wurde Quintessa im ersten Jahr von Comme il faut gedeckt. "Unsere Fohlen wachsen alle in Niedersachsen auf", erzählt sein Züchter, "Comme Prévu fiel schon früh auf und war ein tolles Fohlen."

Seine züchterische Karriere begann Comme Prévu auf der Körung in Münster-Handorf, die er als gefeierter Prämienhengst verließ. Während er im Anschluss im Züchterstall angeritten und zur Hengstleistungsprüfung im Oktober 2016 in Adelheitsdorf vorbereitet wurde, sprach Thomas Berger bei der WM in Lanaken mit Gerd Sosath über seinen talentierten Junghengst. Ohne ihn noch einmal anzusehen oder gar auszuprobieren wurde Comme Prévu verkauft und wechselte nach seiner HLP - die er mit 8,99 absolvierte - in den Stall nach Lemwerder.

"In Lanaken schließt sich der Kreis wieder", freut sich Thomas Berger. Denn nachdem Comme Prévu das Finale der fünfjährigen Springpferde beim Bundeschampionat in Warendorf erreichte, ging es am vergangenen Wochenende weiter zur Weltmeisterschaft nach Belgien. Zwei fehlerfreie Runden in den ersten beiden Qualifikationen beschertem dem Youngster den Einzug in's große Finale. Auch hier gelangen Comme Prévu und seinem Reiter Hendrik Sosath zwei tadellose Vorstellungen in Umlauf und Stechen, was am Ende mit dem zwölften Platz belohnt wurde. Damit war Comme Prévu der beste deutsche fünfjährige Hengst!

Die ersten Nachkommen des Comme Prévu kamen in diesem Jahr zur Welt. Der Oldenburger Zuchtleiter Dr. Wolfgang Schulze-Schleppinghoff war bei der Nachzuchtbewertung sehr angetan und beschrieb den ersten Jahrgang als "typvoll mit guten Bewegungen, die locker durch den ganzen Körper schwingen". Auch bei Familie Berger kam das erste Comme Prévu-Fohlen zur Welt. Ein kleiner Hengst, der schon jetzt überzeugte und wahrscheinlich nicht der letzte Nachkomme sein wird, der bei der IB Berger GmbH geboren wird.


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