EQUITARIS Trophy der Woche: Colestus

Vom Springpferde-Spezialisten zu einem Hengst, der nicht nur auf der großen internationalen Bühne Zuhause ist, sondern auch als Vererber hochgefragt ist. 

Nach unzähligen Siegen in Springpferdeprüfungen und Erfolgen beim Bundeschampionat in Warendorf sowie bei der Weltmeisterschaft der jungen Springpferde im belgischen Lanaken ging es für den westfälischen Schimmelhengst auf die große internationale Bühne. Seit zweieinhalb Jahren sitzt Christian Kukuk in seinem Sattel, die Rede ist von Colestus, unserer EQUITARIS Trophy der Woche.

"Colestus war von Anfang an sehr selbstständig und auf der Weide immer weit weg von seiner Mutter", erinnert sich Züchter Hartwig Rellensmann an die ersten Monate des selbstbewussten, aber immer braven Hengstfohlens. 2006 kam er auf seinem Hof in Extertal zur Welt, seit 40 Jahren werden hier schon erfolgreich Springpferde gezüchtet. Früher war Hartwig Rellensmann selbst im Sattel bis zur Klasse M unterwegs, danach widmete er sich der Zucht. Mittlerweile gehen neben den zahlreichen im Sport erfolgreichen Nachkommen auch 27 gekörte Hengste auf sein Konto.

Die Mutter von Colestus ist die selbst gezogene Stakkato-Pilot-Tochter Spice Girl R aus der Pepita, die Hartwig Rellensmann damals mit einem Fohlen von Weinberg bei Fuß erwarb. Pepita ist u.a. Mutter des gekörten Watzmann-Sohnes Wessex, der neben seiner züchterischen Karriere auch selbst Erfolge bis zur schweren Klasse feierte. Die Staatsprämienstute Spice Girl R brachte acht Fohlen zur Welt, darunter auch die zehnjährige Captain Fire-Tochter Caprice, die ebenfalls siegreich in der Klasse S war. "Mit Spice Girl habe ich sehr viel Glück gehabt", schwärmt ihr Züchter, "leider ist sie vor sechs Jahren eingegangen, dafür habe ich aber noch eine Schwester von ihr in der Zucht." 

Cornet Obolensky ist der Vater von Colestus, der zuletzt große Erfolge unter dem Sattel von Marco Kutscher feierte. Noch bedeutender sind jedoch die Leistungen seiner Nachkommen: Von 774 bei der FN eingetragenen Sport-Nachkommen können 300 Erfolge in der schweren Klasse vorweisen inklusive einer Gewinnsumme von knapp acht Millionen Euro. Mit Cornet D'Amour, Cornado NRW und Cornet's Cristallo stellte er gleich in seinem ersten Jahrgang erfolgreiche Sportler, denen Colestus dicht auf den Fersen ist.

Colestus wechselte als Fohlen in die Hände von Heinrich Ramsbrock, nach seiner Körung in München-Riem ging er in den Besitz des Reitsportzentrums Massener Heide über. Die ersten Schleifen gewann der sprunggewaltige Schimmelhengst vier- und fünfjährig unter dem Sattel von Philipp Schober, anschließend dann mit Marcus Döring. Im Sommer 2012 übernahm Michael Beckmann die Zügel, gewann das Westfalenchampionat und platzierte ihn im Finale des Bundeschampionats in Warendorf an achter Stelle. Nach über 25 Siegen in Springpferdeprüfungen bis zur Klasse M meisterte Colestus den Sprung in die schwere Klasse mühelos und platzierte sich in den Youngster-Touren von Münster, Dortmund, Hagen, Nörten-Hardenberg und Balve.

Seit 2014 ist Colestus im Stall von Ludger Beerbaum Zuhause und im Besitz von Madeleine Winter-Schulze. Nach ersten Runden unter Marco Kutscher nahm er selbst Platz im Sattel, Platzierungen in Fünf-Sterne-Prüfungen, Weltcup-Springen und in der Global Championstour ließen nicht lange auf sich warten. "Colestus war schon immer intelligent und sehr vorsichtig am Sprung", lobt Hartwig Rellensmann, "für den heutigen Sport brauchen die Pferde viel Saft und Blut." 

Hartwig Rellensmann verfolgt nicht nur seine erfolgreichen Zuchtprodukte, sondern setzt diese auch selbst wieder in seiner Zucht ein: "Im ersten Jahr habe ich gleich sechs Stuten von Colestus decken lassen, für 2019 erwarten vier meiner insgesamt 16 tragenden Stuten von ihm ein Fohlen." Auch über den Kontakt zu den Reitern der Pferde aus seiner Zucht freut er sich sehr, mit Colestus' aktuellem Reiter Christian Kukuk wird regelmäßig telefoniert. 

In diesem Jahr feierten Colestus und Christian Kukuk schon Erfolge in Hongkong/HKG, London/GBR und Valkenswaard/NED, am vergangenen Wochenende kam ein dritter Platz im Großen Preis von Riesenbeck auf der heimischen Anlage hinzu. Sein Können gibt Colestus auch an seine Nachkommen weiter, neben 17 Staatsprämienstuten und 11 gekörten Söhnen sind zahlreiche von ihnen im Sport erfolgreich. Darunter natürlich auch zahlreiche Nachkommen aus dem Hause Rellensmann, wie die achtjährige Colima R (Mutter v.  Weinberg), die gemeinsam mit Michael Beckmann siegreich in M- und S-Springen unterwegs ist und auch heute noch im Besitz ihres Züchters ist.

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