EQUITARIS Trophy der Woche: Chardonnay

Er vertrat im Springparcours als Einziger die österreichischen Farben und beendete die Weltmeisterschaft als bester Hengst. 

Der Holsteiner Schimmelhengst konnte sich bereits achtjährig in den ersten Großen Preisen platzieren und zeigte eindrucksvolle Runden in den ersten Weltcup-Springprüfungen. Gemeinsam mit Max Kühner/AUT ging es in diesem Jahr auf die große Reise zu den Weltmeisterschaften nach Tryon/USA, als einziges für Österreich an den Start gehendes Paar war die Einzelmedaille zum Greifen nahe. Die EQUITARIS Trophy geht in dieser Woche an Chardonnay. 

2007 wurde Chardonnay bei Familie Sachau in Bohmstedt geboren. "Wir züchten bestimmt schon seit 40/50 Jahren", blickt Züchter Ernst-Uwe Sachau zurück. Den Familienbetrieb mit Kühen und Schafen haben mittlerweile seine beiden Söhne übernommen, um die Pferde kümmert er sich jedoch selbst. "Wir haben immer Pferde gehabt, junge Pferde angeritten und gezüchtet - aktuell sind es noch zwei Zuchtstuten." Schon Chardonnays Urgroßmutter, die 1987 geborene Calypso II-Tochter Brigitte, ist selbst gezogen. 

Mutter von Chardonnay ist die Corrado I-Tochter Pamina III, die mehrere Fohlen zur Welt brachte. "Sie absolvierte damals ihre Stutenleistungsprüfung und ging dann direkt in die Zucht", erzählt Ernst-Uwe Sachau, "leider lebt sie nicht mehr, dafür züchte ich heute mit einer Tochter von ihr, sie haben unheimlich viel Ähnlichkeit." Väterlicherseits geht Chardonnay auf Clarimo Ask (v. Clearway) aus der Zucht von Johann Hermann Claussen zurück, der hocherfolgreich im internationalen Spitzensport unter dem Sattel von Rolf-Göran Bengtsson/SWE war.

"Chardonnay war ein sehr schickes und großes Fohlen", schwärmt sein Züchter, der ihn zweijährig in die Hände von Lutz Gripshöver gab. Fünfjährig sammelte der Schimmelhengst seine ersten Schleifen in Springpferdeprüfungen der Klassen A, L und M mit Oliver Schaal, 2014 gelang ihm der Sprung in die schwere Klasse unter dem Sattel von Helmut Schönstetter - der mit ihm auch die ersten internationalen Erfolge einheimste. Seit 2012 ist Chardonnay im Stall von Max Kühner, der im Sommer 2014 die Zügel komplett übernahm.

Max Kühner, der seit 2015 nicht mehr für Deutschland, sondern für Österreich an den Start geht, erritt von Jahr zu Jahr größere Erfolge mit Chardonnay. In der Fünf-Sterne-Klasse sind die beiden fest etabliert und so wurden sie in diesem Jahr für die Weltreiterspiele in Tryon nominiert - als einziges Paar aus Österreich im Springparcours. "Für Chardonnay und mich geht es in Tryon gleich mit dem Zeitspringen los und da wir ja bekanntlich nicht so grundschnell sind, muss ich in diesem Springen ein gutes Mittelmaß finden", erklärte Max Kühner im Vorhinein bei der Pressekonferenz des Österreichischen Pferdesportverbandes. 

Für das erfolgreiche Paar lief es wie am Schnürchen und am Ende zogen Chardonnay und Max Kühner in das große Finale der besten Zwölf ein - vorläufig auf dem Silberrang. Die Medaille war schon zum Greifen nah, doch zwei Abwürfe inklusive einem Zeitfehler in der letzten Runde ließen den Traum zerplatzen. Die Enttäuschung war dem Reiter in's Gesicht geschrieben: "Ein sechster Platz ist natürlich ein sehr gutes Ergebnis, aber eine Medaille wäre möglich gewesen."

Dieses große Ereignis hat sich auch Züchter Ernst-Uwe Sachau nicht entgehen lassen: "Ich habe alle Ritte verfolgt und bin auf dem Stuhl mitgesprungen!" Am Ende war Chardonnay im Parcours der beste Hengst der WM, an der Super-Stute Alice mit Simone Blum führte eben kein Weg vorbei. Chardonnay ist eben ein Gentleman!


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